Wir haben irgendwo in der Wohnung ein schwarzes Loch. Neben unserer Apple TV-Fernbedienung, einem Set Holzgemüse aus der Kinderküche, meinem ersten Wali-iPad-Zeichenstift und diversen Socken in verschiedenen Größen verschwindet darin vor allem eins: Schnuller.

Das Schnulliversum hasst uns.

Ich weiß nicht, welches physikalische Gesetz für all das verantwortlich ist, aber egal wie viele Schnuller wir besitzen, es bleiben maximal zwei davon auffindbar – und das auch nur dann, wenn wir unsere Umgebung sehr gründlich danach durchsucht haben. Alle anderen Schnuller sind zunächst spurlos verschwunden. Sie sind weder unter der Couch noch im Laufstall, auch nicht in Hosen- oder Wickeltaschen – oder gar im Mund des Hauptkonsumenten, man hat ja manchmal Tomaten auf den Augen –, sie sind einfach weg!

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Fast jeden Abend vorm Zubettbringen der Kinder rennt mindestens einer von uns durch die Wohnung und murmelt „Wo ist denn schon wieder dieser Schnuller?!“. Manchmal streitet man sich sogar: „Hast du den Schnuller gesehen? Du müsstest ihn doch vorhin noch gehabt haben! Wie kann es sein, dass er weg ist, es ist doch ein Leuchtschnuller, er LEUCHTET doch!“

Meistens findet man nach einiger Zeit, in der das Kind bereits angefangen hat, sich hysterisch-quietschend zu beschweren, doch noch irgendeinen Schnuller. Ich schreibe absichtlich „irgendeinen“, denn verwunderlicherweise ist es niemals jener, den man tagsüber noch benutzt hat, sondern meistens einer, den man bereits seit mehreren Tagen als verloren geglaubt hatte. Da liegt er nun plötzlich! Mitten vor einem. Als wäre er nie weg gewesen. Der Arsch.

„Hallo Rossmann, 10 Schnuller bitte!“

Um der ständigen, lästigen Schnuller-Suche aus dem Weg zu gehen, haben wir uns einen Puffer an Schnullern angeschafft. Dabei haben wir aber wohl die Mächte des Schnulliversums unterschätzt. Quantität ist scheinbar nicht die Lösung. Der Fluch des Maximums an zwei mühsam auffindbaren Schnullern pro Tag kann einfach nicht gebrochen werden. Egal wie groß der Schnullervorrat auch sein mag. Wir haben schon versucht, eine Formel zu definieren, die wohl im Ansatz irgendwie so aussehen müsste: f(Schn) = n * 0 + 2a mit n = Anzahl vorhandener Schnuller und a = ein alter Schnuller, der schon verloren geglaubt war.

Gefangen in der Schnuller-Hölle.

Alternative Lösungsansätze befinden sich aktuell noch im Entwicklungsstadium: Den Schnuller mit einer Schnur am Bett zu befestigen, birgt die Gefahr der Strangulation. Den Schnuller mit einem Mikrochip auszustatten, ist voraussichtlich unverhältnismäßig teuer und unpraktikabel. Den Grundstock an Schnullern noch weiter zu erhöhen, um die Mathematik dahinter auszuhebeln – wahrscheinlich noch die beste Option.

Gepostet am 04.10.16 | 0 Kommentare | Kommentar verfassen