Sie hat begonnen. Die Phase, auf die man sich glaubte zu freuen und die man, wenn sie dann da ist, bitterlich verflucht.

Es kann krabbeln und sich hinstellen.

Bei meinem Großen war das Hinstellen etwas, das nach dem Krabbeln kam und vor dem eigenständigen Hinsetzen. Der Kleine kann noch nicht krabbeln, er robbt lieber, dafür sitzt er schon halb und zieht sich hoch. So sind die beiden in ihrer Entwicklung ganz verschieden. Eines ist aber gleich: Neue Entwicklungsschritte sind nicht nur staunenswert, sondern auch sehr anstrengend.

Meinen Beobachtungen zufolge verwendet ein Baby sein Fortbewegungstalent nämlich leider nicht einfach darauf, fröhlich umherzukriechen und sich in der Welt umzusehen, vielmehr ist es für es Mittel zum Zweck überall dort hinzugelangen, wo es (zumindest laut mir) nicht hingelangen soll: Zu Steckdosen, Mülleimern, in die Spülmaschine, zur Altglassammlung meines Mannes, an die Schuhablage oder (mein persönlicher Favorit) zur Klobürste... Immer in folgender Kombination: Erst hinkommen, dann in den Mund stecken.

Mit dem Hinstellen ist es dann nicht viel besser. Damit erweitert es nicht nur seinen Radius, sondern bringt sich noch dazu aktiv in Lebensgefahr. Denn wer glaubt, dass es mit dem Hinstellen auch das Sich-Wieder-Hinsetzen gelernt hätte, der täuscht sich. Statt dessen erfolgt der Weg zurück in Liegeposition in der Anfangszeit meistens durch ein unkontrolliertes Sich-Nach-Hinten-Umfallen-Lassen. Begleitet von jämmerlichem Geschrei, weil es sich erschreckt und/oder den Kopf gestoßen hat.

wali.kamikaze-baby

Challenge accepted.

Wir Mamas sind ab diesem Zeitpunkt also meistens damit beschäftigt, dem Baby hinterherzuhechten, "nein" zu rufen (in der Hoffnung, das Baby wäre vielleicht schon in der Lage Sprache zu verstehen) und es davon abzuhalten, sich wieder einmal etwas in den Mund zu stecken, das am besten quer in die Luftröhre passt, oder sich genau dort hochzuziehen, wo ein tödlicher Abgrund lauert.

Wenn ich zehn Gegenstände im Raum platzieren würde, neun davon kindertauglich, einer davon potenziell lebensgefährlich: Mein Baby würde sich zielsicher denjenigen herauspicken, mit dem es sich umbringen kann.

Gepostet am 31.08.16 | 0 Kommentare | Kommentar verfassen